«Sollen wir WordPress oder Webflow nehmen?» — diese Frage hören wir mindestens einmal pro Woche. Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt auf Ihr Unternehmen an. Beide Systeme sind gut, aber für unterschiedliche Situationen. In diesem Artikel vergleichen wir die beiden — ohne Fanboy-Brille, mit konkreten Zahlen.

Kurz-Überblick

KriteriumWordPressWebflow
Marktanteil~43 % aller Websites~1.5 %, stark wachsend
EinstiegskostenTiefer (ab CHF 1'500)Höher (ab CHF 3'000)
Laufende KostenCHF 15–50/Mt. HostingCHF 15–40/Mt. (inkl. Hosting)
EigenpflegeEinfach (bekannte Oberfläche)Einfach (visueller Editor)
Design-FreiheitMittel (Template-abhängig)Hoch (Pixel-perfekt)
PerformanceMittel (Plugin-abhängig)Sehr gut (out of the box)
WartungsaufwandHoch (Updates, Sicherheit)Tief (managed)

WordPress: Der Platzhirsch

Vorteile

  • Riesiges Ökosystem: Über 60'000 Plugins für fast jede Funktion — Terminbuchung, E-Commerce, Mitgliederbereiche, Mehrsprachigkeit
  • Tiefe Einstiegskosten: Viele Agenturen bieten WordPress-Websites ab CHF 1'500 an
  • Bekannte Oberfläche: Die meisten Leute haben schon mal mit WordPress gearbeitet
  • Volle Kontrolle: Eigenes Hosting, eigener Code, keine Abhängigkeit von einer Plattform
  • E-Commerce: WooCommerce ist das weltweit meistgenutzte Shop-System

Nachteile

  • Sicherheit: WordPress ist das meistgehackte CMS — weil es am meisten genutzt wird. Regelmässige Updates sind Pflicht
  • Wartung: Core-Updates, Plugin-Updates, PHP-Updates, Sicherheitspatches — irgendwas ist immer
  • Performance: Viele Plugins = langsame Website. Ohne Optimierung werden WordPress-Seiten schnell träge
  • Qualitäts-Streuung: Die Einstiegshürde ist tief, die Qualität variiert enorm — von «solide» bis «Katastrophe»

Webflow: Der Herausforderer

Vorteile

  • Design-Freiheit: Pixel-perfektes Design ohne Template-Einschränkungen — alles ist möglich
  • Performance: Schnelles Hosting inklusive, optimierter Code, CDN weltweit
  • Kein Wartungsstress: Updates, Sicherheit, Hosting — alles managed von Webflow
  • Visueller Editor: Designer arbeiten direkt im Browser, keine Übersetzungsverluste
  • Animationen: Native Scroll-Animationen und Interaktionen ohne zusätzliche Plugins

Nachteile

  • Plattform-Abhängigkeit: Ihre Website liegt auf Webflow-Servern — wenn Webflow seine Preise erhöht oder verschwindet, haben Sie ein Problem
  • Weniger Plugins: Für komplexe Funktionen (Buchungssysteme, Mitgliederbereiche) brauchen Sie Drittanbieter oder Custom Code
  • Höhere Agenturkosten: Webflow-Designer sind spezialisierter und kosten tendenziell mehr
  • Lernkurve: Der Editor ist mächtig, aber nicht intuitiv für Anfänger — die Einarbeitungszeit ist höher als bei WordPress
  • E-Commerce: Webflow E-Commerce ist funktional, aber limitierter als WooCommerce oder Shopify

Wann WordPress wählen?

WordPress ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie einen Online-Shop mit vielen Produkten und komplexen Anforderungen brauchen
  • Sie spezielle Funktionen brauchen (Buchungssystem, Mitgliederbereich, Intranet)
  • Ihr Budget unter CHF 3'000 liegt
  • Sie die Website intern pflegen wollen und das Team WordPress kennt
  • Sie volle Kontrolle über Hosting und Daten haben wollen

Wann Webflow wählen?

Webflow ist die richtige Wahl, wenn:

  • Design und Markenauftritt höchste Priorität haben
  • Sie eine schnelle, wartungsarme Website wollen
  • Ihr Budget über CHF 3'000 liegt
  • Sie keine komplexen Plugins brauchen (Basis-Website, Portfolio, Landingpages)
  • Sie sich nicht um Sicherheit und Updates kümmern wollen

Was kostet es konkret?

WordPress

  • Erstellung: CHF 1'500 – 8'000 (je nach Umfang)
  • Hosting: CHF 15 – 50/Monat
  • Wartung: CHF 50 – 200/Monat (empfohlen)
  • Plugins: CHF 0 – 300/Jahr (Premium-Plugins)

Webflow

  • Erstellung: CHF 3'000 – 12'000 (je nach Umfang)
  • Hosting: CHF 15 – 40/Monat (bei Webflow inklusive)
  • Wartung: Minimal (kein separates Budget nötig)

Auf 3 Jahre gerechnet liegen die Gesamtkosten oft näher beieinander, als man denkt — weil WordPress zwar günstiger startet, aber laufend Wartungskosten hat.

Unsere ehrliche Empfehlung

Für die meisten KMU mit 5–15 Seiten, die eine professionelle, schnelle und wartungsarme Website wollen, empfehlen wir 2026 Webflow. Für E-Commerce und komplexe Funktionen bleibt WordPress (mit WooCommerce) die bessere Wahl.

Und dann gibt es noch die dritte Option: Statische Websites (z.B. mit Astro oder Next.js). Die sind schneller als alles andere, brauchen null Wartung und sind extrem sicher. Aber sie brauchen einen Entwickler für Änderungen. Für Unternehmen, die ihre Website nicht ständig anpassen, ist das überraschend oft die beste Lösung.

Fazit

Es gibt kein «besser» — nur «besser für Sie». WordPress und Webflow sind beides solide Systeme. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Budget, Ihren Anforderungen und Ihrem Umgang mit Technik ab. Wenn Sie unsicher sind: Wir beraten Sie gerne — ehrlich und ohne Plattform-Bias.

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